Create in Circles (CIC)

Man trifft selten Menschen, die das, was sie beruflich tun, von ganzem Herzen lieben. Bei den Designerinnen Teresa Gaschler und Lourdes Schulz ist es so. Das spürt schnell jeder, der ihre Workshops besucht.

Bei „Create in Circles“ teilen die zwei kreativen Freundinnen mit ansteckender Begeisterung Wissen und Ideen. Stempel aus Resthölzern bauen und verblüffende grafische Motive zaubern? Mit Makramee aus bunten Baumwollbändern ein altes Weck-Glas verzaubern? Jeder Teilnehmer kann erfahren, wie befriedigend es ist, mit den eigenen Händen ein ganz individuelles Designobjekt entstehen zu lassen. Teresa und Lourdes sind sich einig: „Man macht Yoga, um den Alltag abzuschütteln. Aber auch diese Art von Arbeit hat etwas Entspannendes, fast schon Meditatives.“

Neues kennenlernen, gemeinsam alte Techniken wiederentdecken ­– bei „Create in Circles“ geht es immer auch um Austausch. In geselliger Runde und inspirierendem Ambiente: Die kleine Werkstatt mit Arbeitsplätzen, Nähmaschine und liebevoll zusammengetragener Bibliothek befindet sich in Teresas Hutmacher-Atelier in der „Koppel 66“, dem renommierten „Haus für Kunst & Handwerk“ an der Langen Reihe.

Und weil den studierten Produktdesignerinnen das Thema Nachhaltigkeit so wichtig ist, greifen sie besonders gern auf vorhandene Materialien zurück. „Man muss nicht immer alles neu kaufen. Lieber neu entdecken und gestalten“, finden die zwei Frauen, die diese Überzeugung selbst schon gelebt haben, lange bevor das Wort „Upcycling“ überhaupt modern wurde.

„Die Freiheit, immer wieder anderes auszuprobieren“ – das ist es, was die „Create in Circles“-Gründerinnen an ihren Berufen lieben. Ihre leichteste Herausforderung? Immer wieder neue spannende Themen anzubieten.

 

Lourdes Schulz
Jeden Tag neu entscheiden, was man tun will? Genau das findet Lourdes einfach großartig. Passend also, dass die heute 35-Jährige sich sofort nach dem Design-Studium an der Hamburger Hochschule für bildende Künste selbständig gemacht hat. „alvaGold“ heißt ihr Taschenlabel, das alten Markisenstoffen ein zweites Leben schenkt. Im Kolbenhof an der Friedensallee entstehen nicht bloß die Entwürfe für farbenfrohe Strandtaschen, lässige Beutel oder individuelle Auftragsarbeiten. Bewaffnet mit dem Heißschneidegerät fertigt die gebürtige Rendsburgerin die meisten Lieblingsteile selbst, lässt sich aber auch von lokalen Sozialwerkstätten zuarbeiten. Oft merken die „alvaGold“-Kunden gar nicht, dass es sich bei den besonderen Stücken um Recycling handelt. Lourdes findet es spannend, dass etwas „Altes“ auf diese Weise ganz selbstverständlich neu in den Alltag integriert wird. Das ist Nachhaltigkeit, wie sie sie mag. Einer ihrer Bestseller ist der Kinderrucksack „Djangolino“ – den besitzt natürlich auch die eigene kleine Tochter. Bevor diese in Lourdes‘ Leben kam, hat sich die Upcycling-Designerin außerdem im Rahmen verschiedener Projekte um soziales Design gekümmert. Ein Beispiel: Recycling-Funktionskleidung für Obdachlose. Außerdem liebt sie es, traditionelle Handwerkstechniken neu zu interpretieren.
www.alvagold.com
Teresa Gaschler
Showroom und Atelier von Hutdesignerin Teresa haben im ersten Stock einer ehemaligen Maschinenfabrik in St. Georg, heute „Koppel 66 – Haus für Kunst & Handwerk“, ein festes Zuhause gefunden. Die gelernte Modistin, nach ihrer Ausbildung 2004 zur Bundessiegerin gekürt, mag den Kontakt zu Kreativen aus anderen Disziplinen. Schließlich sind unterschiedliche Lebensgeschichten inspirierend. Deshalb liebt sie auch den Austausch mit ihren Kunden. Egal, ob diese nun einen Kopfputz für die Hochzeit, den Hingucker fürs Pferderennen oder die Lieblingsmütze für den Alltag suchen. Intensive Beratung ermöglicht es ihr, genau die Kopfbedeckung zu finden, die zur Persönlichkeit ihres Gegenübers passt. Schon während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste hat Teresa zum ersten Mal für den vielleicht berühmtesten Hutmacher der Welt gearbeitet. Das Team von Philip Treacy verstärkte sie später noch einmal vor der Hochzeit von William und Kate und der Londoner Fashion Week. Warum Teresa sich lieber selbständig gemacht hat, als in England Hüte für Berühmtheiten zu entwerfen? Weil sie so wahnsinnig gern ihre eigenen Ideen umsetzt. Das tut sie mit ganz viel Respekt vor dem Material und unendlich großer Liebe zum Detail. Vorsicht – ihre Begeisterung ist ansteckend.
www.gaschlerhutdesign.com